WOZU? Sein oder Nicht-Sein, das ist hier die Frage
Zu Beginn habe ich von Entschleunigung geschrieben.
Wozu machen wir das Ganze?
Ich bin rund um das Thema Live work Balance zu folgendem Schluss gekommen. Balance heißt: sich die Waage halten, also beide Waagschalen gleichmäßig füllen: eine mit Arbeit, die andere mit Leben.
Jetzt weiß ich, warum es oft einen Konflikt mit diesem Thema und mir gibt. Vielleicht ist es ein Generations Diskurs. Ich teile mein Leben nicht ein in zwei Waagschalen. Leben ist für mich mein Sein, es ist egal, ob ich arbeite oder mich entspanne. Es ist eine einzige Waagschale, die sich selbst ausbalanciert. Ein Leben lang hab ich versucht, meinen Alltag so zu gestalten, dass er mir Freude macht. Nicht in jedem Augenblick gelingt das, aber im Großen und Ganzen gelang es mir und uns. Viele Menschen sagen, das mache ich,wenn ich in Rente bin, dann hab ich endlich Zeit. Deswegen komme ich auch mit dem Wort Rente nicht gut zurecht. Ich weiß, manche Leser nennen uns Rentner, nichts dagegen.
Aber auch das trifft für mich nicht zu. Ich habe zwar manchmal geduldig warten müssen, aber ich habe Dinge nie so aufgeschoben, dass ich sie dann tue, wenn ich endlich mal in Ruhestand bin.
Und was hat jetzt das mit unserer Tour zu tun? Wir machen das, weil wir leben und wir wollen das Leben mit allen Sinnen immer intensiv ergreifen. Wir machen das, weil ich glaube im Moment ist unsere Gesellschaft so voll mit viel zu vielen Dingen, Aktionen, Möglichkeiten…..
Was uns auffällt ist, unsere Auftritte finden nicht mehr nur auf der Bühne statt. Es gibt einen Auftritt an der Kreuzung, an der roten Ampel, im Campingplatz, an der Sperre beim Radweg oder auch vor dem Obi. So viele Menschen sprechen uns an und das verwunderliche ist. Nach ganz wenigen Sätzen kommen sehr emotionale Fragen – sehr persönliche Fragen. Da ist so viel Empathie zum Leben zu spüren oder anders ausgedrückt: Die Suche nach dem echten Leben!
Mit den Fragen: „kommt ihr wirklich mit dem Fahrrad aus Nürnberg?“ „Spielt ihr wirklich Theater?“ und unserem einfachen „Ja“ versetzen wir unsere Umwelt in Erstaunen und wie gesagt, schon auf dem Weg nicht erst am Ziel. Noch mal zurück: wozu das Ganze? Um mit Menschen ins Gespräch zu kommen, um Ihnen unsere Geschichte zu erzählen oder ihre anzuhören…
SONSTIGES:
Wuppertal gilt als die kühlste Stadt in Deutschland. Wir sind im Moment in Westfalen und erleben die Natur, die Pferde, das Wasser ziemlich idyllisch. Wer also Westfalen nicht kennt und mal Ruhe und Erholung sucht, kann das bestimmt hier gut finden. Klar, wir kommen aus den Ruhrpott Städten. Da ist das vielleicht kein Problem, trotzdem …Franken ist ja auch idyllisch, jedoch ich empfinde Westfalen viel weiter, mehr Flüsse, viel Natur, offener und frischer……
INSIDES:
CYCLING:
Die Fotos unten zeigen, dass Cassiopeia (Wallyˋs gelbes Fahrrad) einen Motorschaden hatte. Paul hat eine aufgesägte Beilagscheibe benötigt, die nicht in unserem Gepäck war; aber schau genau hin. Ein 10er Gabelschlüssel tut’s auch – Paul der Zauberer.
CO-BIKER: Es ist ja so eine Sache mit Beifahrern und Beifahrerinnen. Theobald ist super, er beschwert sich nie. Er ruft höchstens:
„Ha ha, du warst zu schnell – hast wieder in der Gegend herum geguckt und die Schlaglöcher nicht gesehen, stimmt´s. Hihi“.
THEOBALD:
Was mir sehr gut gefällt, ist, dass wir jeden Tag ein Lied singen und zwar im Kanon. Wally und ich kennst du: Was mögen das für Bäume sein, wo die großen Elefanten spazieren gehen ohne sich zu stoßen…..“ ?
Wir erfinden oft neue Verse und singen immer – nicht nur im Kanon, sondern auch zwei stimmig, logisch. Probier es einfach mal aus!
CAMPING:
Schon lustig, wenn der Mähroboter ganz alleine ganz einsam über den Campingplatz schleicht und guckt, ob er hier mähen soll oder dort. Richtig crazy ist es aber, wenn ein riesengroßer Wohnwagen scheinbar alleine fährt, weil man den Menschen nicht sieht, der die Fernbedienung steuert.
Was leben wir doch in einer vielfältigen Welt – irgendwie auch schön, kommt wohl daher weil die Menschen neugierig sind und immer etwas erfinden müssen.
Wäre jetzt nur noch wünschenswert, dass wir auch daran denken, dass wir etwas erfinden beziehungsweise tun müssen, dass wir diesen wunderschönen Planeten auch erhalten. Hier in Bad Oeynhausen rät die Stadtverwaltung Wasser zu sparen. Das erfahren wir aber nur durch ausführliche Recherche. Warum steht darüber am Campingplatz nichts?
SCHLUSSLICHT:
Danke der Nachfrage nach Wally Knöchel. Vor einem Monat ist es passiert. Er ist immer noch ziemlich dick und ziemlich heiß, was Wally sehr beunruhigt hatte. Fünf Apotheken waren nicht in der Lage, Essigsaure Tonerde oder Retterspitz zu besorgen. Was tun? Na klar, das Internet! Das Internet rät Pferdesalbe, allein das Wort hat Zauberwirkung und tatsächlich, die Schwellung geht langsam weg. Ich erahne bald meinen Knöchel wieder zu sehen und laufen geht schon wesentlich besser. Den Beweis habt ihr durch unseren Touristen Tag, siehe Fotos unten, da bin ich natürlich fleißig gelaufen und froh, dass das machbar war. (Hatten ja auch einen entsprechenden Anlass 🎈).
Im Märchenmuseum waren wir auch – naja…
4 Kommentare zu „Immer Mittwochs#7“
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Fuß defekt ist doof und langwierig. Gute Besserung. Bin auch noch gut dabei.
Da fällt mir ein, wir haben noch nie zusammen gesungen. Kanon kann ich , finde immer nur keine/n PartnerIn. Vielleicht hat Theobald mal Lust dazu. Nur das Elefanten Lied kenne ich nicht. Wir werden sicher was finden.
Gute Reise.
Liebe Grüße
Uli und Erwin (der auch nicht Kanon kann, aber ansonsten fast alles) -
das, was du Paul, oder du Wally hier schreibst, ist soooo gut.
„ich teile mein Leben nicht ein in zwei Waagschalen. Leben ist für mich mein Sein, es ist egal, ob ich arbeite oder mich entspanne. “
Auch ich erlebe mein Leben so.
Sehen viele Menschen getrennte Waagschalen, weil sie eine Alltagsarbeit verrichten, die sie sehr belastet? Oder ist es einfach der „Zeitgeist“ in Deutschland? -
nachträglich liebe Geburtstagsgrüße
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Vielen Dank für die Geburtstagsgrüße, ich habe mich sehr darüber gefreut.
Liebe Grüße und gute Besserung für Wally
von Dorothea.


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